Wie schon erwähnt, habe ich für die großen Feste in Langgöns und Lollar ein Motto für die Samstagabend-Büffets ausgewählt und mich dabei nie wiederholt. Ich wollte meinen Gästen immer etwas Neues bieten. und sie damit überraschen. Das hatte ich natürlich bei den ersten Festen eher zufällig gemacht. Aber spätestens beim 6. Fest und dem ersten Büffet mit einem regionalen Thema hatte sich schon eine Tradition herausgebildet. Ich glaube, vor allem hatten meine Gäste Spaß an dem Tohuwabohu am Samstagabend, dem Mitkochen nach ausgedruckten Rezepten und der Spannung darüber, was ich mir ausgedacht hatte und wie es schmecken würde.
Ich galt bald als gute Köchin mit einem Talent für die Organisation solcher Feste. Die Themenwahl, die Rezeptsuche, der Einkauf und erhebliche Vorbereitung und Vorkocherei waren ja immer schon erledigt, wenn unsere Gäste eintrafen. Mein Mann Wolfgang trug seinen erheblichen Teil dazu bei, weil er sich intensiv um unsere Gäste kümmerte. Seine besonderen Einladungen, seine Fähigkeit, allen gleichermaßen freundlich zu begegnen, nie genervt zu sein, seine Art, immer wieder intensive Gespräche mit Einzelnen oder kleinen Gruppen zu führen, sein gelegentlicher Hang zu Blödelei oder schlagfertigen Absurditäten prägten die Atmosphäre an den Wochenenden.
Ich hatte einen besonderen Trick für diese Wochenenden, eine Idee, die sich sofort als genial herausstellte: Ich öffnete unser Haus, ich teilte die Schlafplätze zu, aber ließ meine Gäste die Betten selbst richten, ich erklärte, wo etwas zu Essen, zu Trinken, Geschirr, Gläser und alles andere zu finden ist. Natürlich gab es unter unseren Freunden welche, die dieses Self Service Angebot unbefangener annahmen, als andere. Aber es entwickelte sich schnell zu einer enormen Entlastung für mich. Ich musste niemanden fragen, was er zu trinken möchte, es bildete sich eine Frühstücksfraktion heraus, eine wechselnd besetzte Aufräumgruppe, Freiwillige zum Füllen der Spülmaschine, Kaffeekochen, Aschenbecherleeren, selbst zum Versorgen derjenigen Besucher , die nicht so häufig dabei gewesen waren.
Meine Aufgabe war, die Vorbereitung, die Uhr im Auge zu behalten und Auskunft zu geben auf das häufige „Susanne, wo ist….“. Es half mir natürlich die Tatsache, dass ich ohnehin Kurzschläfer bin, in der Regel einigermaßen standfest und nie betrunken und auch nach zwei Stunden Schlaf munter in die Welt schauen kann. Morgenmuffeligkeit ist bei diesen Festen abzustellen. Außerdem habe ich samstags, meist ab 23.00 Uhr, die Musik für die stundenlange wilde Tanzerei aufgelegt: Rockmusik war die einzig akzeptierte Wahl unserer Berliner Freunde. Unsere heimische Lollarer Freunde dagegen waren 15 Jahre jünger. Und so musste es einen akzeptablen Wechsel mit Diskomusik der achtziger und neunziger Jahre geben. Manchmal spielte ich durchaus auch etwas Aktuelles, das Gnade fand vor unser aller Ohren.
In der nächsten Zeit möchte ich die Feste im einzelnen darstellen: die Einladungen, Rezepte, eventuell Einkaufslisten….Die erste Einladung habe ich 1991 aufgehoben, die erste Menükarte 1996. Ich werde nicht chronologisch vorgehen, aber hier ist die Themenliste für alle Feste, vom ersten bis zum letzten.
1983 Berliner Kneipe
1984 Cocktailparty
1985 Süßes im Mittelpunkt
1986 30ster Geburtstag
1987 Villa Schlapp
1988 Türkisches Büffet
1989 Spanisches Büffet
1990 Westfälisches Büffet
1991 Terrinen, Galantinen und Pasteten
1992 Mittelmeerküche
1993 Schnittchen und Canapees
1994 Provence
1995 Grünes Büffet
1996 Russisches Winterfest
1997 Köstlichkeiten aus dem fernen Osten
1998 New Style for Grandma’s Food
1999 Al Fresco
2000 Karibische Nacht
2001 Allerweltsfisch und junges Gemüse
2002 Erinnerungen an Griechenland
2003 Frisch in den Frühling- Fit for Fun
2004 Fiesta Mexikana
2005 Antipasti, Tapas, Meze und Co.
2006 Back to the Fifties
2007 Hessen a la Carte
2008 Fastenspeisen und Osterschmaus
2009 Schwedisches Mitsommernachtsbuffet
2010 Frühlingserwachen a la Francaise
2011 Grünes aus allen Himmelsrichtungen
2012 American Multikulti
2013 Südsee Kreusfahrtromantik
2014 Küchentrends 2014, vegetarisch, asiatisch, traditionell, gewickelt, exostisch
2015 Typisch Deutsch? Gerichte mit Geschichte
