Oh ja, wir reisen wieder, trotz Corona, trotz Krieg, Klimawandel und Inflation. Das schlechte Gewissen zwickt mich, wie kann man heutzutage nur fliegen und CO² in die Luft schmeißen. In der Ukraine sterben täglich viele Menschen und wir suchen ausgiebig unser Vergnügen? Die Inflation frisst unser Vermögen, das bis zu unserem Lebensende reichen muss, und wir hauen das Geld für Reisen raus? Und Corona hat sich erst bei ungezügelten Reisen weltweit verbreitet.
Und jetzt kommt das große ABER: Wir merken erstmals, dass wir älter werden, Ich habe einen Weisheitszahn verloren, gelegentlich sticht es mal im Knie oder das Fußgelenk, vor Jahren gebrochen und geflickt, gibt plötzlich nach. Und ich bin unschlüssig, ob ich den Gelenken zu liebe einiges an Kilos durch ausgiebiges Fasten verlieren sollte, oder ob ich lieber weiter gutes Essen schätzen und mich über meine doch eher glatte Haut freuen möchte. Sonst geht es mir gut, danke, der Blutdruck ist niedrig, Diabetes ist in meiner Familie nicht verbreitet gewesen und ich brauche keine Pillen. Bei Wolfgang gehören die nun allerdings zur täglichen Diät dazu, seine Knie erlauben keine sehr langen Spaziergänge mehr, und die Augen müssen bald repariert werden. Und nun plagt ihn schon zum zweiten Mal ein akuter Anfall von Lagerungsschwindel.
Wir merken jedenfalls deutlich, dass wir keine unbegrenzte Zahl von Jahren mehr erleben werden und deshalb ein Aufschub der Dinge, die wir lieben und erledigen wollen, keine gute Option ist.
Die Pandemie hat ihre Schrecken für uns verloren, nachdem wir kurz vor Weihnachten trotz 5 maligem Impfen und Maske-Tragen, wo immer wir uns unter vielen Leuten bewegen, mit Corona infiziert waren. Wir erlebten es, wie eine etwas länger andauernde Erkältung, ohne Fieber, nur mit Schnupfen und Husten. Das Blödeste war das Isolieren, damit wir Freunde nicht anstecken. Aber natürlich sind wegen gesundheitlicher Risiken und Coronafolgen eine ganze Reihe Länder kein Reiseziel für uns. Krieg und akut despotische politische Führungen sind ebenfalls ein Grund, nicht in manche Regionen zu reisen.
Wegen der Absagen in den vergangenen Jahren standen uns nun einige Kreuzfahrten ins Haus. Im Februar-März besuchten wir nun schon zum dritten Mal die Antarktis. Mit einem halbierten Preis hielten wir es für ein Superangebot nochmals diese faszinierende Gegend zu erleben. Ende März machten wir uns über Sidney auf den Weg nach Fidschi und von dort aus zu den Solomonen, Papua-Neuguinea und Palau. Zum Schluss gab es noch eine kleine Rundreise auf Taiwan. Jeder Teil dieser Reise war landschaftlich oder kulturell absolut exotisch. Ich freue mich auf Wolfgangs Reisebericht, den er aber leider noch nicht begonnen hat. Übernächste Woche geht es nach Portugal zu einer ausführlichen Rundfahrt von Norden nach Süden. Später im Jahr folgen dann noch zwei Wochen auf Mauritius zum Sightseeing und vielleicht noch einmal zum Tauchen, wenn wir fit genug sind. Auch die Planung für nächstes Jahr steht schon: Amazonas, Spitzbergen und Ostgrönland und Schippern auf den Great Lakes.
Eine neue Festbeschreibung gibt es also erst wieder nach der bevorstehenden Portugalreise.
