Nun ist unsere Reise nach Chile schon seit 2 Monaten beendet. Es war einfach nur toll. 6 Wochen lang mit Schiff, PKW, Flugzeug und zu Fuß durchs wilde Patagonien, Santiago, die Atacama-Wüste und Rapa Nui. Die Landschaften, das Stadtleben und die alte Kultur waren so faszinierend, das uns nicht einmal die sonst übliche Urlaubsmüdigkeit angefallen hat. Wolfgang hat dann auch in Windeseile seinen Reisebericht erstellt und den werde ich als ersten hier einstellen, bevor ich nach und nach die früheren Reiseberichte hinzufüge. Ich empfehle, mit Zoom zu lesen, denn die Fotos sind wirklich sehenswert.
Am 3. April waren wir dann in Berlin zurück, etwas erschöpft nach der gut 2tägigen Rückreise, etwas zu überfressen von dem vielen Restaurantessen und etwas familienmüde nach 5 Wochen Gemeinsamkeit mit unserer Tochter Hannah. Dabei war Hannah mehr als verträglich. Sie hatte einfach Spaß am Autofahren, Kopfhörer fürs Abschalten und genügend heruntergeladene Filme und Hörbücher gegen Langeweile.
Aber nun winkt uns ein langer Sommer in Berlin, der erste, den wir weitgehend hier in der Stadt verbringen. Und unser Terminkalender war schon gut gefüllt. Ein paar Arzttermine waren fällig, Theater, Philharmoniekonzert und vor allem einige private Festivitäten standen an.
Den Anfang machte unsere Freundin Georgia, die ihren runden Geburtstag in der PANAM Lounge feierte, einer skurrilen Location in der Nähe des Bahnhof Zoo. Hier hatte die US-Fluglinie PANAM ihre Büros und Gesellschafträume, bevor sie 1991 pleite ging. Die Lounge atmet den Stil der 60iger Jahre, nette junge Frauen in klassischen hellblauen Stewardessen-Uniformen, mit Schiffchen und aufgebauschten Pferdeschwanz darunter umsorgten die Gäste. Und als Highlight trat ein Acapella Damenquartett mit Beatles-Songs auf.
Zum 1. Mai hatten wir zu uns auf die Terrasse eingeladen. Schon im Vorjahr hatten wir am 1.5. bei uns gefeiert und möglicherweise wird daraus eine neue Tradition. Anfangs trudelten die Zusagen unser engeren Freunde, u.a. aus der ehemaligen Lollar-Connection, eher zögerlich ein, so dass wir uns entschlossen, den Kreis zu erweitern. Zum Schluss waren wir dann, einschließlich einiger Freunde, die auch ohne Rückmeldung dazukamen, 32 Personen. Ab 15.00 feierten wir, zum Glück bei recht manierlichem Wetter, auf unserer Dachterrasse. Wir begannen mit Kaffee und Kuchen und machten mit Sekt weiter. Später gab es alle möglichen Kleinigkeiten aus meiner Küche (Empanadas, gebratene Speckaprikosen, Lauchtarte usw.) mit vornehmlich Sekt. Es endete erst gegen Mitternacht, als der Sekt alle war. Wegen der doch vorherrschen Enge, vor allem als es etwas kühler wurde und sich das Fest ins Wohnzimmer verlagerte, richtete ich kein Buffet her, sondern portionierte alles auf kleine Teller, die dann weitergereicht wurden. Erst als buchstäblich alles aufgegessen war, hatte ich dann Muße mit unseren Freunden zu schwätzen. Für das vorsorglich besorgte umfangreiche Angebot an alkoholfreiem Bier hegte übrigens niemand Interesse.
Wenige Tage später folgte ein Geburtstagsfest eines Freundes in seinem idyllischen Forsthaus in Altrosenthal. Im Juni fand dann unser schon seit vielen Jahren etabliertes Ingenieurschultreffen statt, dieses Mal an der Müritz. Der diesjährige Hans-Day, das Sommerfest eines Freundes, fiel 2018 aus wegen eines Wasserrohrbruchs, aber der von Hans und Klaus organisierte alljährliche Ausflug in die Umgebung Berlins fand statt. Er führte uns dieses Jahr nach Potsdam, u.a. um die Alexandrowska zu besichtigen, ein sehr kurioses Ensemble von Holzhäusern, ehemals für heimwehkranke russische Chorsänger erbaut. Im Juli dann endete unser Feiermarathon erst mal mit einem Bootsausflug auf den Havelseen und zwei runden Geburtstagsfeiern.
Wie zu merken, hatte ich mal wieder eine längere Schreibpause. Es gab einfach zu viel zu erledigen. Außerdem mussten wir eine ausgiebige Hitzeperiode überstehen, 30 bis 35° Außentemperatur wärmen natürlich auch unsere Dachwohnung auf. Und die Fußbodenheizung, tagsüber von der Sonne bestrahlt, sorgt dann auch für kuschelige Nächte. Die Hitze ließ sich nur mit möglichst wenig Anstrengung überstehen. Aber jetzt ist es häufiger etwas kühler. Und unsere nächste Reise steht bevor: am Ende dieser Woche brechen wir nach Grönland auf und erkunden per Schiff den Beginn der Nordwestpassage.
